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Dieses Thema hat 15 Antworten
und wurde 277 mal aufgerufen
 Prophezeiungen / Schauungen
Admin Offline


Beiträge: 191


12.11.2009 23:00
Schauungen zum Antichrist Zitat · antworten

Mit freundlicher Genehmigung von Theodor habe ich nachstehenden Beitrag hier in das Forum kopiert.




Verfasst am: 08 Sep 2009 17:13 Titel: Schauungen zum Antichrist

Theodor schrieb:

„Und ebenso wie es gegeben hat eine fleischliche Inkarnation Luzifers, wie es gegeben hat eine fleischliche Inkarnation des Christus, so wird es, ehe auch nur ein Teil des dritten Jahrtausends der nachchristlichen Zeit abgelaufen sein wird, geben im Westen eine wirkliche Inkarnation Ahrimans: Ahriman im Fleische (Anm.: d.i. der Antichrist). Dieser Inkarnation Ahrimans im Fleische kann nicht etwa die Erdenmenschheit entgehen. Die wird kommen.“ (Rudolf Steiner, 1.11.1919)

Zuletzt bearbeitet von Theodor am 10 Sep 2009 17:52, insgesamt einmal bearbeitet








Verfasst am: 10 Sep 2009 17:50 Titel: Antichrist

Theodor schrieb:

An den geneigten Leser,

aus der Vulgata-Bibel meint man entnehmen zu können: Es gibt keinen persönlichen, einzigen Antichristen, da es ja mehrere Widerchristen gibt. Diese Logik entspricht der Leugnung eines Waldes, weil er aus mehreren Bäumen besteht. Natürlich kann ein verängstigtes Kind den Wald pfeifend ignorieren, so lange bis es gegen einen Baum läuft und hinfällt, zufällig, vom Schicksal geschlagen, oder soll ich sagen vom Hüter des Schicksals. Es hat jeder seinen Satan im Horoskop (muß wohl Saturn heißen)

Der eine führende Lehrstuhl der Theologie spricht deshalb nur noch vom Bild des Antichristen, der Imago - so lange sich diese nicht entpuppt. – So etwas setzt sich in einer Welt, die den Geist fürchtet, durch, geradezu rasend wird das verinnerlicht. Sobald es einen Theologen gibt, der solches vertritt, gesellen sich weitere Nullen dazu. Sie müssen natürlich recht gele(h)rt sein, das ist schon die Voraussetzung. Eine 1 und eine Null geben – im richtigen Verhältnis - schon immerhin 10, das Geheimnis der 1000, bzw. 1000000 usw., der wundersamen Vermehrung einer Meinung liegt offen vor uns. Hier käme auch niemand auf die Idee, die Eins wegen der Nullen anzuzweifeln.

Der Antichrist war doch schon da, erschallt es aus den Lehrhallen, so steht es geschrieben. Doch käme wohl kein Verständiger beim Rückwärtslesen der 1000000 auf den Einfall zu sagen: Es waren schon so viele Nullen (Nero, Hitler, Stalin...) da, jetzt kann die 1 nicht mehr kommen.

Es grüßt alle Liebhaber der Wahrheit,

der Theodor

Robert Nordlicht Offline


Beiträge: 217


16.11.2009 15:11
RE: Schauungen zum Antichrist Zitat · antworten


Lieber Theodor,

leider habe ich von Astrologie gar keine Ahnung,daher meine Frage:
Ist der Saturn (Planet) im Horoskop gleichsetzbar dem Satan (im Sinne von "Lucifer" oder Ahriman)?

In der römisch-katholischen Kirche wird allerdings lehramtlich Satan sehr ernst genommen. Hier mal ein Beispiel:

"Daß der Widersacher zu etwas Komischem und Peinlichem gemacht, auf psychologische Voraussetzungen zurückgeführt, oder als ein notwendiges Element im Dasein verstanden worden ist, war für ihn ein Sieg. Für den, der so denkt, ist er ins Undeutliche und Unsichtbare zurückgetreten und unfaßbar geworden. Der Christ hat ihn klar im Auge. Er weiß, es gibt einen Willen, der Gottes Reich zerstören und den Menschen, ihn selbst, in ein böses Gegenreich hineinziehen will. Diesen Willen muß er ernst nehmen." Romano Guardini

Ähnliche Beispiele lassen sich auch aus Lehrdokumenten aufzeigen. Es gibt auch eine relativ umfangreiche deutschsprachige katholische Literatur zum Thema. Allerdings ist das alles für meinen Geschmack sehr düster. Es erzeugt eher Ängste, als das es Mut macht.

Solche historischen Personen wie A.Hitler oder J.Stalin sind für mich keine Nullen, sondern fast Übermenschen im Sinne Nietzsches. Ich lehne Nietsche entschieden ab, denn sein Übermenschentypus ist das polare Gegenteil von dem Ideal des Meisters der Weisheit, wie er in theos. Lehren beschrieben wird. In seiner Übermenschen-Idee schaut Nietzsche mMn. die Verkörperung der Impulse Ahrimans und "Lucifers". Die genannten Personen sind durch die geschichtlich-karmische Welle in bedeutende Machtpositionen gehoben worden. Gleichzeitig verbanden sie sich mMn. mit schwarzen Impulsen aus der übersinnlichen Welt. Alle drei Faktoren sind m.E. nicht zu überschätzen.

Alles Gute
Robert


Theodor Offline


Beiträge: 8

16.11.2009 17:56
RE: Schauungen zum Antichrist Zitat · antworten

Lieber Robert,

vielen Dank für Deine Frage! Saturn ist die Urne der Saat des Ahrimanischen, was im titanischen Sinne die Asuras sind, aber eben auch Uriel, das Feuer (die Wärme) Gottes. Saturn beinhaltet also mehr als Satan. Satan entspricht übrigens dem Ahriman und seinen Heerscharen.

Romano Guardini kann ich im Prinzip schon zustimmen, nur er beschränkt sich auf einen Widersacher. Den (die) Versucher (luciferische Wesenheiten) und die "Zerstörer" (=Asuras) nennt er leider nicht.

Im Vergleich mit den Dimensionen des Antichrist sind Nero (=Zero) u.ä. nur Nullen und trotzdem schon unbeschreiblich grausame Übermenschen.

Nietzsche hatte laut Steiner nicht nur beim Beschreiben seines Übermenschen eine ahrimanische Überschattung, sondern mehrfach in seiner Spätphase. Denn auch der Antichrist offenbart sich durch seine Propheten. Nietzsche war in seiner Spätphase ein solcher. Sein Wahnsinn sollte man vor diesem Hintergrund betrachten. Ich kann Deinen Äußerungen nur beipflichten, wie Du siehst.

Grüsse:

Vom Theodor

Robert Nordlicht Offline


Beiträge: 217


16.11.2009 18:33
RE: Schauungen zum Antichrist Zitat · antworten

Danke für Deine Aufklärung in Sachen Saturn. Wenn man an die altrömischen Saturnalien denkt, ist ja die Dunkelheit irgendwo offenbar. Verstehst Du jetzt aber die Silbe "ur" als negatives Symbol oder als neutral? Denn ich kenne aus Neuoffenbarungsschriften "Ur" als Namen des all-einen Gottes. Das leuchtet mir ein z.B. in der Bezeichnung Urvater d.i. Allvater bzw. Gottvater.

Deinen Hinweis auf Rudolf Steiner und die Dreigliederung des sozialen Organismus in bezug auf Ahriman kann ich gut nachvollziehen. Wenn die geschichtlich-karmische Welle möglichst flach gehalten werden könnte, hätte es Ahriman deutlich schwerer. Seine "1" wäre nicht so wirksam, weil nicht die Welle mit den vielen Nullen der "1" übermächtige Bedeutung verleihen würde.

Zu Friedrich Nietzsche habe ich ein interessantes Zitat von dem großen Yoga-Philosophen Aurobindo:

"Besonders von seinem Übermenschen hatte Nietzsche im Anfang nur unklare Vorstellungen. Wenn eine Art menschliche Gottheit das Ziel der Menschheitsentwicklung sein soll, dann muß man zwischen zwei grundsätzlich verschiedenen Vorstellungen vom Göttlichen wählen. Entweder kann uns die Gottheit als klares und freudig strahlendes Gottesantlitz vor unser inneres Auge treten, oder aber mit dem ernsten, verzerrten Gesicht eines Titanen. Nietzsche pries den Olympischen Gott, präsentiert ihn jedoch mit der Maske des Asura. Seine feindselige Auseinandersetzung mit der Christus-Idee des gekreuzigten Gottes und dessen Konsequenzen waren vielleicht ebenso wie seine passive Übernahme der unvollkommenen Ideen der Griechen verantwortlich für diese Entstellung. Er stellt uns einen Übermenschen vor, der heftig und arrogant die Bürde von Leid und Dienst zurückweist, aber nicht einen solchen, der sich siegreich über Sterblichkeit und Leid erhebt und dessen Aufstieg vom Triumphgesang einer befreiten Menschheit widerhallt. Die Ablösung von der ethischen Evolution der Natur ist ein entscheidender Fehler des Apostels des Übermenschentums; denn nur mit dem Blick auf dieses unumgängliche Ziel aller Evolution kann sich ein Göttliches im Kerne einer Menschheit entfalten, die geprüft, gereift und geläutert ist durch das Feuer egoistischen und altruistischen Leidens."

Alles Gute
Robert

Theodor Offline


Beiträge: 8

16.11.2009 20:39
RE: Schauungen zum Antichrist Zitat · antworten

Hallo Robert,

die Silbe UR ist der ursprünglich-theophore Anteil am Saturn. Im Hebräischen in den Lettern AVR manifest, gesprochen als OR oder UR, bezeichnet sie das Licht und die Wärme aus der wir ALLE hervorgegangen sind (=>alter Saturn). Das Feuer, althochdeutsch FIUR, mittelhochdeutsch VIUR, neuhochdeutsch FEUR ist das ausgesprochene Geheimnis des UR, in dessen Anlaut das U in seiner weisheitsvollen Variante des Buchstabens V oder F auftritt. Im Sanskrit heißt das Wissen der Veda, was die mentale Verwandlung des physischen Lichtes bzw. der Wärme in Wissen darstellt, das sich im FEUR mit dem Urvater vereinigt. Das i, welches sich in der Liebe dem L nachordnet, Löscht den Brand und bringt die FLEUR de Rose am Kreuz zum Erblühen.

Deinen weiteren Ausführungen kann ich nur beipflichten!

Das Zitat von Aurobindo über Nietzsche ist wirklich interessant und ergänzend. => Vielen Dank auch hierfür!

Grüsse:

Vom Theodor

Robert Nordlicht Offline


Beiträge: 217


17.11.2009 17:14
RE: Schauungen zum Antichrist Zitat · antworten

Hallo Theodor!

Mmmmmh....das ist wohl Anthroposophie pur. Vermutlich geht Deine Darstellung davon aus, dass Vokale und Konsonanten immer und zu aller Zeit und in jeder Kultur dieselbe Bedeutung haben. Damit habe ich Schwierigkeiten, ähnlich wie mit dem Berechnen und Deuten von Zahlenwerten von Namen.

Wenn ich zum Beispiel "Urvater" anbete, habe ich noch nie und nicht einmal mit dem Hauch einer Andeutung an dasjenige gedacht, was Rudolf Steiner den (alten) Saturn nennt. Mit "Urvater" spreche ich immer die absolute Gottheit an. Mit "Urvater" meine ich jenen Teil der Wesenheit Gottes, die vor aller Schöpfung da war, da ist und sein wird, wenn die Schöpfung zu Gott zurück gekehrt ist. Wollte ich "Ur" als Schriftzeichen deuten, so sehe ich darin ein "Gefäß", dessen "Verschluss" "r" abgestellt ist. Das "Gefäß" ist daher offen, und es quellen aus ihm die Welten hervor. "Ur" bedeutet für mich die unbegreifbare Fülle Gottes. In der deutschen Sprache wird die Silbe "Ur" wohl hauptsächlich als Vorsilbe genutzt, die etwas zeitlich weit zurückliegendes, anfängliches ausdrückt, wie z.B. in den Worten "Urzeit", "Urwald", "Urmensch" usw. Auf Gott bezogen bezeichnet "Ur" daher Gottvater vor dem Anfang aller Dinge (zeitlich) und auch Gottvater als das Erste, über allen Dingen.

Bei "Allvater" sieht mein geistiger Sinn nicht so sehr auf den Ursprung von allem, sondern betracht die gesamte Schöpfung (einschließlich seiner unendlich vielen unbekannten Welten), und weiß das Gott Vater von alledem ist, und wir seine Kinder sind. Das aufstrahlende "A" in "Allvater" bedeutet für mich, dass die Schöpfung von Gott ausgestrahlt (emaniert) ist.

Namen und Begriffe sind mMn. Menschenwerk, und können vermutlich nur auf Gott hindeuten, ihn aber nicht ausdrücken, denn alles was überhalb der manasischen Ebene liegt, ist ja durch Gedankenformen nicht ausdrückbar. Es kann in eine Gedankenform hineinfliessen, aber das ist keine Sache jener Form. Wie ein Gefäß mal voll und mal leer sein kann, und trotzdem dasselbe Gefäß bleibt, so sind mMn. Gedankenformen mal von Kräften oberhalb der Mentalebene erfüllt und dann eben wieder nicht, obwohl es exakt dieselbe Form sein kann. Das liegt in der Entscheidung jener Kräfte. Habe ich heute einen krafterfüllten Gedanken, und ich reproduziere morgen exakt dieselbe Gedankenform wieder, kann sie trotzdem ohne erfüllende Kraft sein - man könnte auch sagen: ohne Segen der himmlischer Mächte. Und manchmal füllen sich leere Gefäße auch mit anderen Dingen.

RobertjetztqualmendenKopfhat.

Alles Gute

Theodor Offline


Beiträge: 8

17.11.2009 19:25
RE: Schauungen zum Antichrist Zitat · antworten

Hallo Robert!

Jeder Volksgeist drückt sich in den Eigentümlichkeiten seiner von ihm geprägten Sprache aus. Hierdurch sind die Sprachen so unterschiedlich zueinander wie es auch diese Wesen untereinander sind. Zudem ergeben sich Lautverschiebungen und -verwandlungen im Laufe der Zeit, welche die Entwicklung dieser Wesenheiten und Ihrer Völker dokumentieren. Doch sind auch diese Geister ein Teil der Hierarchien, die die Musik der Engelchöre im menschlichen Kehlkopf zur Sprache und Gesang werden lassen. Denn Gott ist Klang (Nada Brahma). „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.“ (Joh 1,1) Gerade deswegen ist der hebräische Gottesname auch unaussprechlich und trotzdem drücken die Buchstaben - im Englischen auch Characters genannt - seinen Charakter aus. Das Wort ist aber auch Zahl, das sollte ich Dir noch erzählen. Bei den Hebräern (z.B.) waren die Buchstaben zugleich auch Zahlzeichen.

Das mit dem Urvater, ist ein Definitionsproblem. Der wirkende Urvater im Saturn ist Chronos. Es ging ja zunächst um den Saturn. Da findest Du den von Dir gedachten Urvater nicht direkt, sondern nur den Urvater der Olympioi. Das ist natürlich nicht der von Dir angesprochene!

Ich möchte zunächst nicht auf andere Buchstaben eingehen, bzw. auf Deine gute Deutung der Ur-Silbe, welche durchaus mit der meinigen vereinbar ist. Denn die Sprache ist ein vielschichtiges Wunderwerk der Erzengel und Engel, das ich nur bewundern kann und meist nur ansatzweise in seiner Weisheit verstehe.

Dennoch ist die Sprache auch Menschenwerk - das stimmt - genauso wie die Evolution des Menschen die äußere Manifestation der Involution des Geistes ist.

Wir sprechen eigentlich vom Gleichen nur mit unterschiedlichen Worten.

Grüsse:

Vom Theodor

Robert Nordlicht Offline


Beiträge: 217


17.11.2009 23:57
RE: Schauungen zum Antichrist Zitat · antworten

Hallo Theodor,

ich bin ziemlich froh, mit Dir jemanden im Forum zu haben, der sich in den tieferen Lehren der Anthroposophie gut auskennt. Freilich geben die Begrifflichkeiten und die Verständnisstrukturen der Anthroposophie ein in sich geschlossenes Ganzes, dem es nach allen meinen Erfahrungen nicht leicht fällt, sich mit den herkömmlichen Terminologien anderer Strömungen zu verbinden. Das ist ein Phänomen der heutigen Anthropos. Bew.., aber nicht nur ihr Phänomen. Das wird in einem Forum mit Mitgliedern verschiedener spiritueller Richtungen noch ein interessantes Experiment.

Aber zurück zu den Schauungen des Antichrist. Wie unterscheiden sich gemäß der Anthropos. Lehre der Antichrist vom Drachen (Satan) zum einen und Ahriman zum anderen?


Alles Gute
Robert

Theodor Offline


Beiträge: 8

18.11.2009 18:02
RE: Schauungen zum Antichrist Zitat · antworten

Hallo Robert,

zwar bin ich kein Mitglied in anthroposophischen Vereinigungen, doch bediene ich mich stellenweise bei meinen Ausführungen - mehr oder weniger bewußt - anthroposophischer Termini, das hast Du gleich richtig erkannt. Jeder Mensch spricht seine eigene Sprache, die es zu verstehen gilt. Hieraus ergeben sich oft Übersetzungs- und Übertragungsschwierigkeiten, welche im Weiteren oft zu Mißverständnissen führen können, gerade zwischen Theo- und Anthroposophen hatte dies ja Tradition. Deshalb sind wir Teil eines interessanten Experimentes, das sehe ich genauso wie Du. Möge es in gegenseitiger Toleranz gelingen, denn letztendlich sollte es uns um die Wahrheit gehen.


Deine Frage kann ich Dir nicht erschöpfend beantworten, wenngleich schon manche Mitleser davon erschöpft sein könnten. Aus diesem Grunde verweise ich bei Ahriman und Antichrist auf den zweiten Beitrag in diesem Diskussionsfaden. „Der Antichrist ist die Inkarnation Ahrimans im Fleische.“ Dem ließe sich zwar noch viel hinzufügen, doch wie gesagt...

Der Drache, im Griechischen Drakon meint die alte Schlange, denn Drakon kann und sollte man auch mit Schlange übersetzen. Laut Steiner hat diese einen luciferischen (GA 194), ahrimanischen (GA 177) und asurischen (GA 217) Anteil. Sie wohnt im Trieb-, Verstandes- und Wissensbereich im niederen Menschen (GA 223) als Gegner der himmlischen Hierarchien (GA 229) und Sinnbild der (sich widersetzenden) Feuergeister (GA 264). Auch diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständig- und Richtigkeit.

Alles Gute, wünscht auch Dir,

der Theodor

Robert Nordlicht Offline


Beiträge: 217


19.11.2009 17:47
RE: Schauungen zum Antichrist Zitat · antworten

Hallo Theodor,

Deinen Ausführungen zur Toleranz usw. kann ich nur beipflichten.Es wird für mich sehr gewinnbringend sein, wenn ich hier üben kann, wie ich ein Thema in verschiedene 'Sprachen' übersetzen kann.

Ich habe nun das Zitat von Rudolf Steiner auch gefunden: GA Bd. 191, Seite 198 (Ausgabe von 1972):
(hab's mit omnipage gescannt, und bringe es ausführlicher):

"Aber seit der Mitte des 15. Jahrhunderts, seit in der Menschheitsentwickelung entstanden ist der Antrieb vorzugsweise zur Individualitäts-, zur Persönlichkeitsentwickelung, liegen in dieser Entwickelung auch die Kräfte, die eine neue Inkarnation eines übersinnlichen Wesens wiederum vorbereiten. Und ebenso wie es gegeben hat eine fleischliche Inkarnation Luzifers, wie es gegeben hat eine fleischliche Inkarnation des Christus, so wird es, ehe auch nur ein Teil des dritten Jahrtausends der nachchristlichen Zeit abgelaufen sein wird, geben im Westen eine wirkliche Inkarnation Ahrimans: Ahriman im Fleische. Dieser Inkarnation Ahrimans im Fleische kann nicht etwa die Erdenmenschheit entgehen. Die wird kommen. Es handelt sich nur darum, daß die Erdenmenschheit ihre richtige Stellung finden muß zu dieser ahrimanischen Erdeninkarnation. In alledem, was auf diese Art vorgeht, wenn sich solche Inkarnationen vorbereiten, muß hingesehen werden auf dasjenige, was nach und nach in der Menschheitsentwickelung hinführt zu solchen Inkarnationen. Solch eine Wesenheit wie Ahriman, die sich eine gewisse Zeit nach der unsrigen hier auf der Erde in der westlichen Welt inkarnieren will, bereitet ihre Inkarnation vor. Eine solche Wesenheit wie Ahriman, der auf der Erde inkarniert werden will, lenkt gewisse Kräfte in der menschlichen Entwickelung so, daß sie dieser Wesenheit zu ihrem ganz besonderen Vorteil gereichen. Und schlimm wäre es, wenn die Menschen schlafend dahinleben würden und gewisse Erscheinungen, die im Menschenleben vor sich gehen, nicht so nehmen würden, daß sie in ihnen erkennen können eine Vorbereitung für die fleischliche Inkarnation des Ahriman. Nur dadurch werden die Menschen die rechte Stellung finden, daß sie erkennen : In dieser oder jener Tatsachenreihe, die der menschheitlichen Entwickelung angehört, muß man erkennen, wie Ahriman vorbereitet sein irdisches Dasein. Und heute ist es an der Zeit, daß einzelne Menschen wissen, welche von den Vorgängen, die um sie herum sich abspielen, Machinationen Ahrimans sind, die – ihm zum Vorteil – seine demnächstige irdische Inkarnation womöglich vorbereiten."

Vielleicht sollten wir ein Thema anlegen, wo wir alle zusammentragen können a) was Ahriman ist, und b) wie er sich vorbereitet um c) sagen zu können, was wir dagegen unternehmen können.

Alles Gute
Robert

Robert Nordlicht Offline


Beiträge: 217


19.11.2009 20:15
RE: Schauungen zum Antichrist Zitat · antworten

Merkwürdig ist ja an der Rudolf Steiner'schen Vision vom Antichristen, das seine Ankunft völlig anders verläuft als in der biblischen Apokalypse. Dort tritt der Antichrist nähmlich kurz vor der Wiederkunft des Christus in Erscheinung. Doch bei Steiner findet die Wiederkunft des Christus im 20. Jahrhundert im Ätherreich statt - also vor dem Erscheinen des Antichristen. Gemerkt habe ich von der Ankunft des Christus zwar nichts, aber vieleicht bin ich eben nicht sensitiv genug.

In der biblischen Apokalypse geht durch die Wiederkunft des Christus dann doch alles noch gut aus. Bei Steiner gibt es diese Chance dann nicht so richtig, weil die Ankunft des Christus ja bei ihm schon stattgefunden hat.

Ich vermute, es gibt viele verschiedene Antichristen und verschiedene Arten der Wiederkunft des Christus.


Alles Gute
Robert

Theodor Offline


Beiträge: 8

20.11.2009 08:53
RE: Schauungen zum Antichrist Zitat · antworten

Hallo Robert,

nach Steiner trat der ätherische Christus ca. 1933 in Erscheinung, was ja seine - uns allen bekannte - Schattenseite hatte. Solange Christus nicht zu unserem bewußten Sein wird, wird es zu noch größeren Verschattungen kommen müssen, so wie sie nicht nur Steiner für die nächste Zukunft beschreibt. Letztendlich dient ALL-ES der Bewußtwerdung der Mitte zwischen Licht und Dunkelheit, das sind die Abend- und Morgenkräfte, die die Sonne um Mitternacht zum Leuchten bringen werden.

Was Deinen Vorschlag mit "a) der Beschreibung von Ahriman und b) wie er sich vorbereitet um c) sagen zu können, was wir dagegen unternehmen können." betrifft, könnte ich Dir behilflich sein, nur eine verstandesmäßige Herangehensweise ist eher Teil des Problems, denn seine Er-Lösung.

Im Grunde wäre über Ahriman schon sehr viel mit folgendem Satz ausgesagt: Der weiße Fluß des Roten bringt den roten der Weisen zum Versiegen. Das waren Worte der deutschen Sprache und doch kann sie der Verstand so nur schwerlich fassen. Bedient man ihn aber, beschwert er sich logischerweise über seine eigene Beschränktheit.

Immer zu Diensten und höflich grüßend:

der Theodor

Robert Nordlicht Offline


Beiträge: 217


20.11.2009 16:29
RE: Schauungen zum Antichrist Zitat · antworten

Hallo Theodor,

im Matthäus-Evangelium (Kap. 24) steht: "Wenn jemand zu euch sagt: 'Hier ist der Retter!' oder: 'Dort ist Christus erschienen!',glaubt ihm nicht! Denn es werden sich manche als Retter der Welt aufspielen, und falsche Propheten werden auftreten. Sie werden erstaunliche Wunder vollbringen, und wenn es möglich wäre, würden sie sogar die von Gott Auserwählten irreführen. Denkt also daran, ich habe euch gewarnt! Wenn euch jemand erzählt: 'Der Retter ist draußen in der Wüste', so geht nicht hin. Wenn er sich irgendwo verborgen halten soll, glaubt es nicht. Wenn aber der Menschensohn wiederkommt, wird er sofort für alle sichtbar sein, wie ein Blitz, der von Ost nach West am Himmel aufzuckt, oder wie ein verendetes Tier, um das sich die Geier scharen.«

Das der Christus sofort für alle sichtbar sein wird, trifft auf Rudolf Steiners Aufstellung von der Wiederkunft des Christus ungefähr um das Jahr 1933 nicht zu. Er beschreibt aus einem Schauen heraus also eine Wiederkunft, die nicht mit der im Evangelium von Christus beschriebenen übereinstimmt. Ich kann deshalb (wie so oft) Rudolf Steiner nur zubilligen, dass er etwas anderes beobachtet und beschrieben hat, aber gedanklich diese Schauung mit den Aussagen der Bibel verknüpfen will. Ich kann mir auch beim besten Willen nicht denken, dass das Eintreffen des Gegenteils einer Zukunftsprognose, diese Prognose nicht ganz klar widerlegt, sondern bestätigt. Das ist der Nachteil des Schauens. Auch bedeutende Menschen haben es schwer ihr ständiges Schauen immer richtig mental einzuordnen. Das Erleben ist einfach viel zu intensiv. Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass der Weg über Hellsichtigkeit (übersinnliche Wahrnehmung) zur Initiation zu kommen, ein schwieriger und gefährlicher Weg ist. Bhakti-Yoga, Karma-Yoga und Jnana-Yoga sind viel sicherer, weil sie sich ganz auf Gott konzentrieren.

Meine Sichtweise ist diese:
Welche Mittel und Möglichkeit haben wir als Nichteingeweihte und Nichthellseher die Aussagen von Menschen zu überprüfen, die von sich sagen, sie hätten durch übersinnliche Wahrnehmung Einblicke in höchst wichtige Tatsachen? Schließlich möchten solche Menschen ja irgendwie auch, dass wir ihren Aussagen vertrauen. Rudolf Steiner meint immer wieder, wir sollten unseren "gesunden Menschenverstand" zur Prüfung nutzen. Der reicht aber mMn. nun gerade nicht aus. Meiner festen Meinung nach hilft uns hier nur kräftiger Gebrauch unserer eigenen Vernunft weiter. Vernunft bedeutet, dass sich unser Denken mit dem spirituellen Licht in uns verbindet und es dadurch lebendig macht. Verstand ist eine Betätigung des Denkens ohne Spiritualität.

Der Satz "Der weiße Fluß des Roten bringt den roten der Weisen zum Versiegen." ist weder logisch, noch enthält er überhaupt einen nachvollziehbaren Sinn. Er ist wie ein Koan gestaltet. Aber die Koan-Praxis ist eine sehr harte meditative Methode. Rudolf Steiner möchte aber Geisteswissenschaft in die Welt bringen. Und dazu gehört mMn. eben auch, dass man geisteswissenschaftliche Aussagen vernünftig durchdenken kann. Sonst hat man ja keine Wissenschaft, sondern leider nur Aufstellungen über hellsichtig Geschautes mit unsortierten Gedanken vermischt (wie das bei Hellsehern leider üblich ist). Da sehe ich auch immer wieder Mängel im Werk Rudolf Steiners, die durch seine gewaltige Arbeitsüberlastung entstanden sein können, und seinem geisteswissenschaftlichen Anspruch etwas entkräften.(Ich habe großen Respekt vor Rudolf Steiners enormen Leistungen.) Bei mir sitzt die Vernunft auf dem Thron. Sie ist die irdische Erscheinungsform der himmlischen Theosophia, und meine Königin. Sinnliche und übersinnliche Wahrnehmungen sind ihre Dienerinnen. Das ist der Grund warum Ahriman und Lucifer keine Chance haben, weil ich einem anderen Thron und Reich angehöre, dass mit ihren Imperien unvereinbar ist. Mein abc-Vorschlag läuft darauf hinaus, dieses Reich im Dienst der Königin gegen ahrimanisch-luciferische Angriffe zu schützen.

Hoffentlich liest sich das nicht zu kontrovers. Es schwingt hier meine intensive Auseinandersetzung mit Aussagen Rudolf Steiners mit herein. Ich vermute, dass es uns um das gleiche geht, d.i. den Vorbereitungen Ahrimans eigene Vorbereitungen entgegen zu setzen.

Alles Gute
Robert

Theodor Offline


Beiträge: 8

21.11.2009 09:55
RE: Schauungen zum Antichrist Zitat · antworten

Hallo Robert

„Denn wie der Blitz bis zum Westen hin leuchtet, wenn er im Osten aufflammt, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Überall wo ein Aas ist, da sammeln sich die Geier. Sofort nach den Tagen der großen Not wird sich die Sonne verfinstern und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Danach wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen; dann werden alle Völker der Erde jammern und klagen und sie werden den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen. Er wird seine Engel unter lautem Posaunenschall aussenden und sie werden die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, von einem Ende des Himmels bis zum andern.“ Matt. 24, 26 – 31. (in der EU-Einheitsübersetzung) Wahrlich ein himmlisch-ätherisches Geschehen, das vielleicht im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts mit der Wiederkunft Christi im Ätherischen begonnen hat. Wer vermag dies zu beurteilen?

In Deine „intensive Auseinandersetzung“ mit Steiner möchte ich mich nicht einmischen. Es sei nur gesagt, daß meine Texte viele Elemente der Astrologie, Hermetik, Kabbala, Rosenkreuzer u.ä. enthalten. Ich bitte diese Anteile nicht Rudolf Steiner zurechnen zu wollen. Auch der - für Dich - sinnlose Satz ist auf meinem Mist gewachsen.

Alles Gute:

Vom Theodor

Robert Nordlicht Offline


Beiträge: 217


21.11.2009 17:31
RE: Schauungen zum Antichrist Zitat · antworten

Lieber Theodor,

ich meinte nur das der Satz an sich keinen Sinn ergibt, sondern stattdessen wie ein Koan aufgebaut ist. Ein meditativer Satz! Entschuldige bitte, wenn das anders ankam.

Christus im Ätherischen Reich - das kann schon sein. Ich glaube nur nicht, dass es das Ereignis ist, das in der Apokalypse beschrieben wird. Die Zuordnung zu den Ereignissen der Apokalypse erscheint mir nicht mit den dortigen Angaben vereinbar.

Die Wiederkunft des Christus in dem 33jährigen Krishnamurti - wie die von mir verehrte Annie Besant hoffte - passt genauso wenig zur Apokalypse. (Genau betrachtet, passt das noch viel weniger.)

Der Christus ist im Prinzip ja auch immer da gewesen, wie man an den durch die Jahrhunderte hindurch gegebenen Zeugenaussagen der christlichen Mystiker ablesen kann. Die Wiederkunft bedeutet für mich daher nicht, das der Christus sich auf uns zubewegt. Ich vermute, dass wir alle uns individuell verschieden auf Christus zubewegen. Wird der Christus in unserem Leben zu einer neuen Kraft, die uns zu führen beginnt, würde ich bereits von einer Wiederkunft des Christus (in das eigene Leben / Biographie) sprechen. Unter der Wiederkunft in der Apokalypse verstehe ich, dass Christus zur führenden Kraft in der Menschheit wird - für alle Menschen gleichzeitig und individuell.

Alles Gute
Robert

Theodor Offline


Beiträge: 8

22.11.2009 09:06
RE: Schauungen zum Antichrist Zitat · antworten

Lieber Robert,

das möchte ich nur unterstreichen: "Wird der Christus in unserem Leben zu einer neuen Kraft, die uns zu führen beginnt, würde ich bereits von einer Wiederkunft des Christus (in das eigene Leben / Biographie) sprechen."

Alles Gute:

Vom Theodor

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