Mit freundlicher Genehmigung von Theodor habe ich nachstehenden Beitrag hier in das Forum kopiert.
Verfasst am: 03 Nov 2009 11:06 Titel: Die Zwecke der Theosophischen Gesellschaft
Theodor schrieb:
Die Zwecke der Theosophischen Gesellschaft sind allgemein bekannt. Sie sind: Die Bildung eines Kernes zur Verwirklichung der allgemeinen Menschenverbrüderung, das Studium von Philosophie und Wissenschaft und die Erforschung der im Mikrokosmos und Makrokosmos verborgenen oder noch wenig bekannten Naturkräfte, wozu vor allem die Entwicklung der eigenen Seelenkräfte gehört. Diese Zwecke zu verfolgen und ihnen das Leben zu widmen, ist nicht nur für alle Mitglieder der T. G., sondern auch für alle Vereine und Kirchen, für Christen, Buddhisten, Mohammedaner, Freimaurer, Illuminaten oder wie immer sie sich nennen mögen und für jeden einzelnen Menschen, wenn er auch gar keinem Vereine angehört und zu keiner Fahne schwört, höchst empehlenswert. (Dr. Franz Hartmann, 1909)
Franz Hartmann war in der Wiedergabe der drei Ziele der Theos. Ges. m.E. etwas ungenau. Er umschreibt die Ziele in eigenen Worten, da es ihm vermutlich mehr um die dahinter wirkende Idee geht, und um sein eigenes Verständniss. Es handelt sich um eine Interpretation der Ziele durch Franz Hartmann. Möchte man aber die Ziele exakt ausdrücken, schlage ich diese Formulierung vor:
1. Einen Kern der allumfassenden Bruderschaft (Geschwisterschaft) der Menschheit zu bilden ohne Unterschied von Rasse, Glauben, Geschlecht, des Standes oder der Hautfarbe.
2. Zum vergleichenden Studium von Religion, Philosophie und Wissenschaft anzuregen.
3.Die Erforschung ungeklärter Naturgesetze und der latenten Kräfte im Menschen.
Der Unterschied besteht u.a. mMn. darin, dass in der Formulierung von Franz Hartmann nicht klar wird, dass die Bruderschaft der Menschheit auch allumfassend sein soll. Denn "allumfassend" bezieht auch Tiere, Pflanzen, Mineralien usw. ein. Der Kern soll dies verwirklichen, und die Kräfte die durch den Kern fliessen bringen dann zunächst die Menschheitsverbrüderung hervor, die dann später - wie schon der Kern - allumfassend wird.
Die anderen beiden Ziele sind auf das 1. Ziel hingeordnet, und dienen ausschließlich seiner Erfüllung. Damit Menschen verschiedener Religionen sich zusammen schließen können, ist es sinnvoll, wenn sie ihre Religionen gegenseitig studieren. Aktive Toleranz ist für einen Frieden unter bzw. eine Bruderschaft der Religionen unbedingt nötig. Das Studium der Philosophie zielt mMn. auf die Ausbildung eigenständigen Denkens und eigenverantwortlichen Lebens - d.h. der geistigen Freiheit. Das Studium der Wissenschaften soll mMn. vorbereiten, in umfassender Weise helfen zu können.
Das dritte Ziel wird wohl wichtig, wenn man alle Zeit und Kraft hingibt für das Ziel der Menschheitsgestaltung durch den Kern der Bruderschaft der Menschheit. Man kommt dann an seine persönlichen Grenzen. Um mehr leisten zu können, braucht man neue oder neuorganisierte Kräfte, mit deren Hilfe die Aufgaben besser erledigt werden können. Hier sind dann vor allem das Studium solcher Kräfte gemeint: Unsterbliche Liebe, Barmherzigkeit, Harmonie in Wort und Tat, Geduld, unerschrockene Energie, Gleichmut in Freude und Schmerz, Meditation.
Manchmal zweifle ich ein wenig, ob Franz Hartmann die Ziele auch so verstanden hat.