Liebe Freunde der Theosophie, wer kann mir einen Aufsatz von H.P.Blavatsky zugänglich machen, vielleicht in Fotokopie? Ich arbeite an einem biografisch-geistesgeschichtlichen Buch über "Blavatsky in Deutschland". Es handelt sich um einen der frühesten: H.P.B.: "A few Questions to Hiraf", 1857. Ich habe keine Ahnung, wo ich das finden kann, da mir keine Gesamtausgabe von H.P.B. vorliegt.
Das zweit was ich suche, ist ein Aufsatz von anonym bleibenden einem Russen in englischer Sprache. Er soll in Theosophical Review. August 1906. enthalten sein:
A Russian. The Rosy Cross in Russia.
Kann mir jemand helfen? Wer hat diese Zeitschrift von 1906? Oder wer weiß, wo sie einsehbar ist?
Ich war nur anfangs auf der falschen Spur, weil im Erscheinungsdatum ein Zahlendreher enthalten war. Richtig muss es " 1875" lauten.
Leider gibt es keine H.P.B.-Gesamtausgabe, wie z.B. die GA Rudolf Steiners eine ist. Hier muss ich Marie Steiner u. der Nachlassverwaltung meinen größten Respekt aussprechen! Wir haben nur die COLLECTED WRITINGS anzubieten - aber immerhin Online - dank der großartigen Katinka Hesse!
Zu "The Rosy Cross in Russia" kann ich noch nichts sagen.
Zu "The Rosy Cross in Russia" habe ich in diesem Verzeichnis folgenden Eintrag gefunden:
Th_Rev y1906 v38 August p489 - The Rosy Cross in Russia (1) Russian Masonry & Novikoff (? Olga Aleksevna Novikoff 1840-1924) -- A Russian
Dadurch wissen wir schon mal exakt, wonach wir suchen müssen.
LG Robert
Nachtrag: Th_Rev y1906 v39 September p9 - The Rosy Cross in Russia (2) -- A Russian Th_Rev y1906 v39 October p138 - The Rosy Cross in Russia (3) -- A Russian Th_Rev y1906 v39 November p201 - The Rosy Cross in Russia (4) -- A Russian Th_Rev y1906 v39 December p304 - The Rosy Cross in Russia (5) (Russian Freemasonry) -- A Russian mehr scheint es davon nicht zu geben
Die Veröffentlichung des Verzeichnisses stammt von der Theosophischen Gesellschaft Adyar, Sektion Australien. Ich habe leider keine Kenntnisse der englischen Sprache, sonst hätte ich dorthin mal Kontakt aufgenommen. Wenn unsere australische Sektion dort das Verzeichnis erstellt hat, müssten sie eigentlich auch über die Ausgaben verfügen, und könnten mMn. mal ein Scan der Artikel schicken. So muss ich Dir leider empfehlen das selber zu tun. Im Gegensatz zum Adyar-Zentrum in Madras sollen die Australier ganz umgänglich sein, wie ich hörte. Hier sind die Kontaktmöglichkeiten: http://www.austheos.org.au/contact.htm
Lieber Robert, herzlichen Dank für diese umfangreiche und sofortige Hilfe! Wie wunderbar, daß Du Dich im Werk Blavatskys so gut auskennst! Den HIRAF-Aufsatz, der natürlich aus Blavatskys amerikanischer Zeit stammt,also 1875 statt 1857, werde ich gleich mit Spannung lesen. Ich habe das Zitat aus einem amerikanischen Buch K.Paul Johnson. The Masters revealed. Es ist nicht der erste Fehler. Nun ja, Fehler machen wir alle und nicht nur so kleine. Im übrigen werde ich an die australische Adresse mich wenden. Dein Rolf Speckner
Lieber Robert, ich habe mich inzwischen an die australische Adresse gewendet und den Aufsatz Seite für Seite eingescannt umgehend erhalten. Die sind wirklich sehr zuvorkommend und hilfsbereit! Nochmals herzlichen Dank.
Darüber freue ich mich sehr. Ich war mir nicht sicher, ob die austral. Sektion so handeln wird, wie ich es auch getan hätte. Hoffentlich ist der Inhalt der Artikel auch informativ genug. Sicher ist HPB's Artikel von 1875 nicht mehr so spannend, wie wenn er von 1857 gewesen wäre.
Mir scheint auch interessant zu sein, was HPB's Schwester Vera über sie schreibt:
"Nach dem Tode unserer Mutter ( Helena Fadejev) zogen wir zu deren Eltern. Das große Landhaus in Saratov, in dem wir wohnten, war ein riesiges altes Gebäude mit vielen unterirdischen Gängen, langen verlassenen Korridoren, Türmchen und höchst unheimlichen Winkeln und Ecken. Es glich eher einer verfallenen mittelalterlichen Burg als einem Bauwerk aus dem vergangenen Jahrhundert. Der Mann, der das Anwesen verwaltet hatte, war für seine Grausamkeit und Gewalt bekannt gewesen. Es gab viele aufregende Geschichten über sein wildes und herrisches Temperament und die unglückseligen Diener, die er zu Tode geprügelt und monatelang in dunklen unterirdischen Verließen eingekerkert hatte. In unseren Köpfen schwirrten die Erzählungen von den Geistern der gemarterten Diener, die während der Nacht in ihren Ketten umherwanderten, und andere Geschichten, die uns Kinder vor Furcht erstarren ließen, wenn wir einen dunklen Raum oder Gang durchqueren mussten. Man hatte uns erlaubt, im Schutze eines halben Dutzend männlicher Bediensteter und einer Menge Fackeln und Laternen jene Ehrfurcht erregenden „Katakomben" zu erforschen. Helena pflegte sich weder mit einem einzigen noch mit einem zweiten Besuch zufriedenzugeben. Sie hatte den unheimlichen Bereich als sicheren Zufluchtsort gewählt, um ihren Unterricht zu vermeiden. Es dauerte sehr lange, bis ihr Geheimnis entdeckt wurde, und jedesmal, wenn man sie vermisste, wurde eine Abordnung kräftiger Diener losgeschickt, um nach ihr zu suchen. In einer Ecke hatte sie unter einem mit Eisen vergitterten Fenster alte, zerbrochene Stühle und Tische bis hoch in das Gewölbe aufgetürmt. Dort versteckte sie sich gewöhnlich stundenlang und las ein Buch, genannt die „Weisheit des Salomon", in dem alle bekannten Überlieferungen zu finden waren. Ein oder zwei Mal konnte man sie in den feuchten unterirdischen Gängen fast nicht ausfindig machen, da sie sich in ihrem Bemühen, nicht entdeckt zu werden, in dem Labyrinth verlaufen hatte. (...)
Es gab keinen Schuljungen, der unzähmbarer gewesen wäre oder unvorstellbarere und wagemutigere Streiche im Sinn gehabt hätte als sie. War der Anfall, Unruhe zu stiften, vorüber, hätte sich kein alter Gelehrter seinen Studien eifriger widmen können, als sie es tat, und man konnte sie nicht dazu bewegen, ihre Bücher aufzugeben, die sie Tag und Nacht verschlang, solange der Impuls anhielt. Die umfangreiche Bibliothek ihrer Großeltern schien dann ihre Begierde kaum zu befriedigen." Die Geheimnisvolle Welt der Helena Pertowna Blavatsky, Seie 13-14, http://www.aquamarin-verlag.de/pages/detail.php?recordID=218
Woher hatte HPB in der Kindheit auf einem Landgut in Rußland das Buch "Die Weisheit Salomons". Ich finde das klingt etwas nach russischen Rosenkreuzern bzw. nach Elias Ashmoles Ideen. Ich vermute nach wie vor FM+RC unter H.P.B's Verwandten. Nach S. Cranston hatte auch HPB's Mutter Auszüge aus Bulwer-Lyttons Roman "Godolphin" ins Russische übersetzt, und auch veröffentlichen können (immerhin ein Rosenkreuzer).
Lieber Robert, ich war lange abwesend. Zu der Quelle des Buches über die Salomonische Weisheit ist einiges bekannt. Im Hause ihres Großvaters Fadeyef in Saratow fand sie eine Bibliothek des Urgroßvaters mütterlicherseits, des Prinzen Pavel Dolgorucki vor. Dieser war vier Jahre vor ihrer Ankunft in Saratow gestorben und die Bibliothek war unberührt geblieben. Es war eine Bibliothek mit vor allem deutschsprachigen Schriften aus dem freimaurerischen Rosenkreuzertum des 18.Jhdts. Dolgurucki hatte Beziehungen zu russischen Freimaurern die in der Art der deutschen strikten Observanz arbeiteten. Sie waren den deutschen Maurern direkt angeschlossen, was bei Zarin Katharina Argwohn weckte und zur Unterdrückung der russischen Freimaurerei führte. Wenn Du unter Nicolai Novikov und Nikita + Yuri Troubezkoi suchst, wirst Du auf diese Strömung stoßen.- Ich habe in meinem Buch ein ganzes Kapitel der Einflüsse, die H.P.B. durch die Begegnung mit den Wolga-Kalmücken und mit dieser Bibliothek empfangen hat, gewidmet. Das scheint mir bislang nicht genügend berücksichtigt worden zu sein. Ich kann Dir das vorab zur Verfügung stellen, möchte es aber noch nicht ins Forum stellen. Dein Rolf Speckner
Lieber Rolf, vielen Dank für Deine Hinweise! Entschuldige bitte, dass ich längere Zeit nicht im Forum aktiv war. Ich habe laufend Abende zu gestalten und arbeite mit Präsentationen mit Laptop + Beamer. Nun hatte ich einige technische Probleme, die ich nur noch mit fremder Hilfe lösen konnte. Die Technik kann einen ganz schön unter Druck setzen.
Ich freue mich auf Dein Buch, und bin auch an Deinen schon veröffentlichten wieder interessiert. Einige davon waren in kleiner Auflage verlegt (besonders jene, welche die Geschichte in Hamburg erhellen). Kann ich noch je 1 Exemplar davon erwerben? Auch eine Vorabversion Deines Kapitels wäre sehr spannend. Ich freue mich auch über das Vertrauen, dass Du mir entgegen bringst, da ich an den Ergebnissen Deiner Forschungsarbeit vor ihrer öffentlichen Dokumentation Deiner Urheberschaft teilhaben darf, und werde Dein Vertrauen nicht enttäuschen.
Die Namen Novikov und Troubezkoi sind mir im Zusammenhang mit den russischen FM und RK bekannt. Ich sehe mal nach, was ich in meiner Bibliothek dazu finde. Bei dem Temperament Helena Blavatskys und der isolierten Stellung der FM in Russland nach ihrem Verbot, ist es gut möglich, dass sie als weibliche Verwandte eines adligen FM etwas über die konkrete FM/RK vor Ort heraus fand, und darum schon aus Sicherheitsgründen in die FM aufgenommen wurde. Mit den FM-Regeln nahm man es ja damals im allgemeinen nicht soo genau. Dein Robert
P.S. Wenn Du mir vorab das Kapitel senden möchtest, bitte daran denken, dass jede Email im www im Prinzip einer Postkarte ähnlich ist. Was drauf steht kann jeder, der es darauf anlegt, lesen.